Unsere Region braucht nicht weniger, sondern mehr Zusammenarbeit zwischen den Kantonen

Der Entscheid der Schwyzer Regierung, aus der Trägervereinbarung der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) auszusteigen, stösst auf grosses Unverständnis. Seit 1972 ist der Kanton Schwyz neben den Kantonen Zürich und Glarus Trägerkanton der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Die HSR ist schweizweit eine der erfolgreichsten Fachhochschulen überhaupt. Diesen Erfolg verdankt sie nicht zuletzt der überkantonalen Trägerschaft. Vor 7 Jahren stieg der Kanton Zürich aus der Trägervereinbarung aus. Wenn nun auch noch der Kanton Schwyz aussteigt, wäre dies ein Schlag für ein zukunftgerichtetes Denken in funktionalen Räumen, ein Schlag für die bewährte Partnerschaft zwischen Schwyz, Glarus und St.Gallen, auf die alle drei Kantone stolz sein können, und ein Schlag für eine Vorzeige-Schule, die ohne Not und nur aufgrund kurzfristiger Sparüberlegungen gefährdet würde.

Am 21. Oktober entscheidet nun das Schwyzer Kantonsparlament über Verbleib in oder Austritt aus der Trägervereinbarung der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Die vorberatende Kommission des St.Galler Kantonsparlaments tagt am 2. November. Wir sind gefordert, uns jetzt für den Verbleib des Kantons Schwyz in der Trägerschaft stark zu machen!

Seit ihrer Gründung im Jahr 1972 ist die HSR eine Schule mit überkantonaler Trägerschaft. Dass die HSR eine der schweizweit erfolgreichsten Fachhochschulen überhaupt ist, ist unbestritten. Beweis dessen ist die Entwicklung der Studierendenzahl, die Innovationskraft der Hochschule, aber auch der weit überdurchschnittliche Anteil an Drittmitteln, die am Markt verdient werden. Der Erfolg der HSR ist nicht der Erfolg des Kantons St.Gallen, sondern der Erfolg aller Trägerkantone, welche in den vergangenen Jahrzehnten hervorragend zusammengearbeitet haben. Die HSR ist nicht nur der Beweis dafür, dass eine überkantonale Trägerschaft funktioniert, sondern auch der Beweis dafür, dass eine überkantonale Trägerschaft ein eigentliches Erfolgsmodell sein kann.

Diese überkantonale Trägerschaft prägt den Charakter der Hochschule Rapperswil. Sie macht die HSR unabhängiger vom politischen Tagesgeschäft in den Kantonen, und sie signalisiert den Studierenden, den Blick über die eigene Scholle hinaus zu wagen und nicht in Kantonsgrenzen, sondern darüber hinaus in funktionalen Räumen zu denken. Vor allem aber ist die überkantonale Trägerschaft das richtige Modell für unsere Region, eine hoch-dynamische Region, die sich über die Grenzen der hier benachbarten Kantone hinaus erstreckt. Die Obersee-Region und das Linthgebiet wären nie zur Erfolgsgeschichte geworden, wenn man nicht die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinaus gesucht und auch gepflegt hätte.

Viel wird heute von funktionalen Räumen gesprochen. Hier haben wir ein Beispiel, wo eine aussergewöhnlich erfolgreiche Hochschule für einen ebenso aussergewöhnlich erfolgreichen funktionalen Raum steht. Der Austritt des Kantons Schwyz aus der Trägerschaft der HSR wäre in dreifacher Hinsicht ein Schlag: ein Schlag für ein zukunftgerichtetes Denken in funktionalen Räumen, ein Schlag für eine bewährte Partnerschaft zwischen Schwyz, Glarus und St.Gallen, auf die alle drei Kantone stolz sein können, und ein Schlag für eine Vorzeige-Schule, die ohne Not und nur aufgrund kurzfristiger Sparüberlegungen gefährdet würde.

Das St.Galler Linthgebiet wie auch die Region Ausserschwyz sind eigentliche wirtschaftliche „Power Houses“ ihrer jeweiligen Kantone. Politisch wird dem in den jeweiligen Kantonshauptorten nicht immer Rechnung getragen. Die Trägerschaft der HSR ist nun der Prüfstein, ob Schwyz auf die Stärken des Kantons setzt oder ob man mit Abbruch-Politik die Zukunft aufs Spiel setzen will. Es freut mich daher ausserordentlich, dass sich unsere Schwyzer Kollegen über die Parteigrenzen hinweg und zusammen mit Wirtschaft und Gewerbe zur Wehr setzen. Die Medienmitteilung zur Pressekonferenz der CVP sowie die Zeitungsartikel finden Sie auf der Website unter Medien.

Unsere Region braucht nicht weniger, sondern mehr Zusammenarbeit zwischen den Kantonen!

Kategorie: IG "Pro Bildungsstandort Linthgebiet", Kantonsrat | Kommentar schreiben

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