Hochschule Rapperswil HSR – Kanton Schwyz muss Träger bleiben

15_09_29 Bild zur Medienkonferenz HSREin Ausstieg des Kantons Schwyz aus der Trägerschaft der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) ist kurzsichtig und schwächt den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Obersee. Davon sind CVP-Vertreter aus den Kantonen Schwyz und St. Gallen überzeugt. Darum setzen sie sich für ein Ja des Schwyzer Kantonsrates zur HSR-Vereinbarung ein.

Seit 1972 ist der Kanton Schwyz Trägerkanton der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR). Geht es nach dem Willen des Regierungsrates des Kantons Schwyz, soll sich das ändern. Er empfiehlt dem Schwyzer Kantonsrat, der neu ausgehandelten Vereinbarung über die HSR nicht beizutreten. Dass es anlässlich der Kantonsratssitzung am 21. Oktober 2015 nicht dazu kommt, ist das Ziel von CVP-Vertretern aus den Kantonen Schwyz und St. Gallen. Die Nationalräte Alois Gmür und Jakob Büchler, die St. Galler Kantonsrätin Yvonne Suter sowie die Schwyzer Kantonsräte Michael Stähli und Mathias Bachmann machten am Dienstag, 29. September 2015, in Rapperswil vor den Medien deutlich, wieso es für eine starke Hochschule Rapperswil – mit über 500 Mitarbeitenden eine der grössten Arbeitgeberinnen der Region –  sowie für den Bildungs- und Wirtschaftsstandort Obersee die Mitträgerschaft des Kantons Schwyz braucht. Die CVP-Vertreter sind überzeugt, dass der Kanton Schwyz mit einem Nein zum Beitritt mehr verliert als gewinnt.

St. Galler Enttäuschung und Unverständnis

Kein Verständnis für den Antrag der Schwyzer Regierung hat CVP-Nationalrat Jakob Büchler, Maseltrangen. „Es ist nicht nachvollziehbar, wie die Schwyzer Regierung zu dieser ablehnenden Haltung kommen konnte, nachdem die Trägerkantone Glarus, Schwyz und St. Gallen im Frühling 2015 – nach jahrelanger intensiver Arbeit – dem zukunftsgerichteten neuen Trägerschaftsmodell zugestimmt hatten. Dass der Kanton Schwyz die bewährte Zusammenarbeit mit der HSR aufs Spiel setzt, ist unverständlich“, so Jakob Büchler.

Für Kantonsrätin Yvonne Suter aus Rapperswil-Jona, Gründerin der IG „Pro Bildungsstandort Linthgebiet“ und Mitglied der vorberatenden Kommission „Trägervereinbarung HSR“, ist „der Erfolg der HSR nicht der Erfolg des Kantons St. Gallen, sondern der Erfolg aller Trägerkantone“. Der Austritt des Kantons Schwyz aus der Trägerschaft der HSR wäre für Suter „ein Schlag für ein zukunftsgerichtetes Denken in funktionalen Räumen, für eine bewährte Partnerschaft zwischen Schwyz, Glarus und St. Gallen, auf die alle drei Kantone stolz sein können, und für eine Vorzeige-Schule, die ohne Not und nur aufgrund kurzfristiger Sparüberlegungen gefährdet würde“. Yvonne Suter und Jakob Büchler befürchten, dass der Kanton St. Gallen ein Nein des Kantons Schwyz zur HSR-Trägerschaft zum Anlass nehmen wird, der über lange Jahre selbstverständlichen Zusammenarbeit zwischen Schwyz und St.Gallen in bildungspolitischen Fragen definitiv „den Stecker zu ziehen“.

Schwyz muss verlässlicher Partner bleiben

Für Nationalrat Alois Gmür, Einsiedeln, darf der Kanton Schwyz die freundnachbarlichen Beziehungen mit dem Kanton St. Gallen und dem Kanton Glarus nicht aufs Spiel setzen. „Die CVP des Kantons Schwyz kämpft dafür, dass das Konkordat nicht gekündigt wird. Wir wollen die guten Beziehungen und die guten Voraussetzungen im Bildungsbereich auch in unserer Region bewahren. Wir wollen, dass der Kanton Schwyz seine bildungspolitischen Aufgaben umfassend wahrnimmt und nicht zum Trittbrettfahrer in diesem sensiblen Bereich wird.“ Laut Gmür ist zu verhindern, dass eine in den letzten Jahren verfehlte Finanzpolitik im Einnahmenbereich zu verfehlten Sparübungen im Bildungsbereich führt und der Kanton seinen Einfluss in der Hochschule für Technik Rapperswil aus finanzpolitischen Gründen aufgibt.

Schwyz hätte kein Mitgestaltungsrecht mehr

„Wenn der Kanton Schwyz nicht mehr Mitträger der HSR ist, kann er auch keinen Einfluss mehr auf das künftige Studienangebot nehmen“, so Kantonsrat Michael Stähli aus Lachen, der als Architekt die HSR auch aus dem Berufsalltag kennt und schätzt. „Es geht jedoch nicht nur um die Lehre, sondern insbesondere um die strategische Ausrichtung der anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung.“ Stähli ist überzeugt, dass die jährlichen Einsparungen von ca. 1.7 Mio. Franken in keinem Verhältnis zum Nachteil des Abseitsstehens bei der Mitverantwortung für die HSR stehen. „Es muss im Interesse des Kantons Schwyz sein, bei der zukünftigen Ausrichtung der HSR auf die Schwerpunkte Technik und Umwelt sowie die Vernetzung dieser Kompetenzen mitreden und so die Hochschule mitprägen zu können“, so Stähli. Das Knowhow, welches in den Instituten und Studiengängen erworben und erarbeitet wurde, muss für den Kanton Schwyz weiterhin zugänglich bleiben.

Für Kantonsrat Mathias Bachmann, Merlischachen, Mitglied der Konkordatskommission des Kantons Schwyz, ist es „fünf vor Zwölf. Es steht eine langjährige Zusammenarbeit auf dem Spiel – und das zum Nachteil der Region Ausserschwyz.“ Da der Kanton Schwyz mit Ausnahme der Pädagogischen Hochschule in Goldau über keine Hochschule verfügt, ist laut Bachmann eine zukunftsweisende und einvernehmliche Zusammenarbeit mit anderen Hochschulen unerlässlich.

Politische Mitverantwortung wahrnehmen!

Mit dem heutigen Einsitz in den massgebenden HSR-Gremien kann der Kanton Schwyz seine volkswirtschaftlichen Interessen und Anliegen bedarfsgerecht einbringen. Im Gewerbe und in der Industrie wird eine langfristige Strategie als Investition bezeichnet – in der heutigen Politik werden Werte wie die HSR-Mitträgerschaft aus Kurzsichtigkeit nachlässig fallengelassen. Der Kanton Schwyz drückt sich so aber auch von seiner politischen Mitverantwortung gegenüber dem Kanton St. Gallen, welcher als zukünftiger Hauptträger des Schulcampus HSR die finanziellen und unternehmerischen Risiken alleine weitertragen müsste.

Die CVP des Kantons Schwyz wird sich in den kommenden Wochen dafür einsetzen, dass der Schwyzer Kantonsrat der HSR-Vereinbarung zustimmen wird.

Kategorie: IG "Pro Bildungsstandort Linthgebiet", Kantonsrat | Kommentar schreiben

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