Drohender Ausstieg des Kanton Schwyz bei der HSR

Die Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) ist eine Vorzeigeschule unter den Fachhochschulen: innovativ, praxisrelevant, erfolgreich im Bildungsmarkt, eine vortreffliche Referenz für ihre Absolventen, die perfekte Imageträgerin für das Linthgebiet und den Kanton St.Gallen. Dabei war und ist die interkantonale Trägerschaft der HSR ein zentrales Merkmal der Schule und ein entscheidender Erfolgsfaktor. Dies darf nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

Schmerzhaft war bereits das Ausscheiden des Kantons Zürich vor 7 Jahren. Dass jetzt auch noch Schwyz die Trägerschaft verlässt, muss verhindert werden. Wir zählen dabei auf die Einsicht des Schwyzer Kantonsrats. Die Zusammenarbeit über die Kantonsgrenzen hinweg ist für das Linthgebiet von grosser Bedeutung. Nicht immer hat man das Gefühl, dass sich das ferne St.Gallen dessen wirklich bewusst ist. Hier erwartet das Linthgebiet – immerhin ein rares Zugpferd unter den St.Galler Regionen – von der Regierung mehr Einsatz und ein glaubwürdigeres Bekenntnis zur Zusammenarbeit mit den Nachbarkantonen.

Bereits in der Frage, wie die unbefriedigende Situation der Kanti-Schüler aus dem Linthgebiet verbessert werden kann, hat die St.Galler Regierung klar gemacht, dass sie von überkantonalen Lösungen nichts wissen will. Begründet hat sie ihr Nein zur Beschulung von 100 St.Galler Schülern an der Kantonsschule Ausserschwyz in Pfäffikon – nur 5 Zugminuten von Rapperswil entfernt – mit Verweis auf die „namhaften Mehrkosten“ von jährlich 1,2 Mio. Franken.

Die mit dem Ausstieg von Schwyz anfallenden Mehrkosten von jährlich 1,7 Mio. Franken hingegen übernimmt die St.Galler Regierung ohne zu zögern. Dies ist zu begrüssen, zeigt aber, wie inkonsequent die Regierung mit Blick auf den Bildungsstandort Linthgebiet argumentiert. Ob der Entscheid der Schwyzer Regierung gegen die Mitträgerschaft der HSR auch eine Retourkutsche für das brüske Nein der St.Galler Regierung zu einer überkantonalen Lösung für die Kantonsschule Ausserschwyz ist, steht in den Sternen.

Insgesamt befindet sich der Bildungsstandort Linthgebiet in einer kritischen Phase: Die interkantonale Trägerschaft der HSR droht verloren zu gehen, den Kanti-Schülern verwehrt die Regierung jegliche Alternativen zur unbefriedigenden Situation, und der längst überfällige Neubau des BWZ Rapperswil hat für die Regierung auf die nächsten 10 Jahre hinaus keine Priorität. Gleichzeitig will die Regierung in Wattwil über 80 Mio. Franken verbauen, um zulasten des Linthgebiets die Kantonsschullandschaft zu zementieren und um gleichzeitig das BWZ Wattwil aufzurüsten, was zwecks Auslastung der neuen Gebäude das Bildungsangebot am BWZ Rapperswil bedroht.

Das Linthgebiet ist in grosser Sorge, was seinen Bildungsstandort und damit das Zukunftspotenzial der Region und des ganzen Kantons anbelangt.»

Kategorie: IG "Pro Bildungsstandort Linthgebiet", Kantonsrat | Kommentar schreiben

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *